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A1 05 57

Advokatur & Notariat

Wallis · 2005-06-24 · Deutsch VS

Verfahren Procédure KGE (öffentlichrechtliche Abteilung) vom 24. Juni 2005 i.S. A.B. c. Staatsrat Berechnung der Fristen, Ostermontag Ostermontag, Pfingstmontag und 26. Dezember gelten nach neuem Recht hinsicht- lich der gesetzlichen Fristen des kantonalen Rechts als Feiertage. Calcul des délais; lundi de Pâques Les lundis de Pâques et de Pentecôte ainsi que le 26 décembre sont devenus, selon le nouveau droit, des jours fériés entrant en considération pour le calcul des délais légaux. Erwägungen 1.2 Der Beschwerdeführer erklärt jedoch, er habe die Gerichts- ferien bei der Fristenberechnung mitberücksichtigt und seine Ver- waltungsbeschwerde ist auf den 22. April 2003 datiert. Im Verwal- tungsbeschwerdeverfahren sind Gerichtsferien nicht vorgesehen, da Art. 79a VVRG einzig für die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gilt (Urteil [des Kantonsgerichts] vom 12. Dezember 1996 i.S. G. B. c. Staatsrat). Die dreissigtägige Frist zur Verwaltungsbeschwerde wäre deshalb nach bisheriger Praxis bereits am Ostermontag, dem 21. April 2002 abgelaufen, da der Beschwerdeführer selbst bestätigt, den erstinstanzlichen Entscheid am 20. März 2003 in Empfang genommen zu haben. Der Ostermontag ist hinsichtlich postalischer

Erwägungen (1 Absätze)

E. 32 des Gesetzes über die Gerichtsbehörden vom 27. Juni 2000 (GGB; GS/VS 173.1) in Kraft seit dem 01. Januar 2001, werden neu der Ostermontag, der Pfingstmontag und der 26. Dezember hinsichtlich der gesetzlichen Fristen des kantonalen Rechts und der Kraft kan- tonalen Rechts von Behörden gesetzten Fristen einem Feiertag gleichgesetzt. Die entsprechende Norm gilt nicht nur für Gerichts- verfahren wie es der Titel des Gesetzes nahe legen könnte. Gemäss ihrem Wortlaut bezieht sich die Bestimmung auf sämtliche kanto- 104 KGVS A1 05 57

nale Verfahren. Das GGB hebt ferner das Gesetz betreffend die Berechnung der Fristen vom 11. November 1974 auf (Art. 33 lit. d GGB), welches ebenso sämtliche kantonale Verfahrensfristen gere- gelt hat. Nichts anderes ergibt sich im Übrigen aus den Gesetzes- materialien. Die zweite grossrätliche Kommission hat die entspre- chende Ergänzung vorgeschlagen (Bulletin des séances des Grand Conseils [BSGC], ordentliche Junisession 2000, S. 1185) und dabei einzig erörtert, man wolle den offiziellen Schliessungstagen der Postämter Rechnung tragen (Bulletin des séances des Grand Cons- eils [BSGC], ordentliche Junisession 2000, S. 1215). Die Vorinstanz ist deshalb zu Recht auf die am 22. April 2003 zugestellte Verwal- tungsbeschwerde eingetreten. 105

Volltext (verifizierbarer Originaltext)

Verfahren Procédure KGE (öffentlichrechtliche Abteilung) vom 24. Juni 2005 i.S. A.B. c. Staatsrat Berechnung der Fristen, Ostermontag Ostermontag, Pfingstmontag und 26. Dezember gelten nach neuem Recht hinsicht- lich der gesetzlichen Fristen des kantonalen Rechts als Feiertage. Calcul des délais; lundi de Pâques Les lundis de Pâques et de Pentecôte ainsi que le 26 décembre sont devenus, selon le nouveau droit, des jours fériés entrant en considération pour le calcul des délais légaux. Erwägungen 1.2 Der Beschwerdeführer erklärt jedoch, er habe die Gerichts- ferien bei der Fristenberechnung mitberücksichtigt und seine Ver- waltungsbeschwerde ist auf den 22. April 2003 datiert. Im Verwal- tungsbeschwerdeverfahren sind Gerichtsferien nicht vorgesehen, da Art. 79a VVRG einzig für die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gilt (Urteil [des Kantonsgerichts] vom 12. Dezember 1996 i.S. G. B. c. Staatsrat). Die dreissigtägige Frist zur Verwaltungsbeschwerde wäre deshalb nach bisheriger Praxis bereits am Ostermontag, dem 21. April 2002 abgelaufen, da der Beschwerdeführer selbst bestätigt, den erstinstanzlichen Entscheid am 20. März 2003 in Empfang genommen zu haben. Der Ostermontag ist hinsichtlich postalischer Zustellungsfristen nach bisheriger kantonsgerichtlicher Rechtspre- chung keinem Feiertag gleichgesetzt worden (ZWR 1989 S. 354; Urteil [des Kantonsgerichts] vom 29. Juli 1994 i.S. E. R. c. Staatsrat; Michel Ducrot, Le droit judiciaire privé valaisan, S. 356). Nach Art. 32 des Gesetzes über die Gerichtsbehörden vom 27. Juni 2000 (GGB; GS/VS 173.1) in Kraft seit dem 01. Januar 2001, werden neu der Ostermontag, der Pfingstmontag und der 26. Dezember hinsichtlich der gesetzlichen Fristen des kantonalen Rechts und der Kraft kan- tonalen Rechts von Behörden gesetzten Fristen einem Feiertag gleichgesetzt. Die entsprechende Norm gilt nicht nur für Gerichts- verfahren wie es der Titel des Gesetzes nahe legen könnte. Gemäss ihrem Wortlaut bezieht sich die Bestimmung auf sämtliche kanto- 104 KGVS A1 05 57

nale Verfahren. Das GGB hebt ferner das Gesetz betreffend die Berechnung der Fristen vom 11. November 1974 auf (Art. 33 lit. d GGB), welches ebenso sämtliche kantonale Verfahrensfristen gere- gelt hat. Nichts anderes ergibt sich im Übrigen aus den Gesetzes- materialien. Die zweite grossrätliche Kommission hat die entspre- chende Ergänzung vorgeschlagen (Bulletin des séances des Grand Conseils [BSGC], ordentliche Junisession 2000, S. 1185) und dabei einzig erörtert, man wolle den offiziellen Schliessungstagen der Postämter Rechnung tragen (Bulletin des séances des Grand Cons- eils [BSGC], ordentliche Junisession 2000, S. 1215). Die Vorinstanz ist deshalb zu Recht auf die am 22. April 2003 zugestellte Verwal- tungsbeschwerde eingetreten. 105